Eine Legende hebt wieder ab

Fast 84 Jahre lang lag sie in Dämmerschlaf. Jetzt verlässt erstmals wieder eine neue Junker’s F13 eine Flugzeugwerft: Nach über zweijähriger Konstruktions- und Bauphase steht der legendäre Flieger jetzt wieder in den Startlöchern!

Technisch aufgerüstet und modernisiert, äußerlich jedoch kaum vom Original zu unterscheiden, wird der flugfähige Nachbau für den deutschen Kofferhersteller Rimowa dieser Tage beim Fliegertreffen EAA Air Venture in Oshkosh, Wisconsin, USA, der Öffentlichkeit präsentiert. Mit dabei sind weltbekannte Stars wie Sängerin Norah Jones sowie die beiden Topmodels Alessandra Ambrosio und Johannes Huebl.

Die F13, im Jahr 1919 entwickelt und bis 1932 produziert, war das erste Passagierflugzeug überhaupt, das vollständig aus Metall gefertigt war. Es besteht aus Duraluminium, einem Werkstoff, der sich durch außerordentliche Festigkeit und Härte auszeichnet. Damit war die Junker’s F13 Inspiration für einen Koffer, den Richard Morszeck, Rimowa-Geschäftsführer in zweiter Generation, in den 50er-Jahren erfand. Genau wie sein fliegendes Vorbild, weist dieser Rillen zur Erhöhung der Stabilität auf.

Um die heutigen Standards im Luftverkehr zu erfüllen, musste der Nachbau technisch modifiziert werden. Essentielle Bauteile wie Motor, Propeller oder Faherwerk wurden anderen Flugzeugtypen entlehnt und entsprechend angepasst. So besitzt die neue Junker’s F13 einen Pratt & Whitney 985-Wasp Junior-Sternmotor, wie er beispielsweise in einer Boeing Stearman oder einer Beechcraft Model 18 zu finden ist. Das Fahrwerk ist eine modifizierte Reproduktion der Junker’s W34.

Erstmals abheben soll die Rimowa-F13 im Mai kommenden Jahres. Fliegen wird sie der Rimowa-Chef Dieter Morszeck höchstpersönlich. Wie beim Original, von dem weltweit nur noch fünf Exemplare erhalten sind, bietet die F13 vier Passagieren sowie zwei Besatzungsmitgliedern Platz. In Zukunft wird es möglicherweise noch mehr Nachbauten der Flugzeuglegende geben.

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